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Avelon ist Gewinner des Deutschen Rockpreises 2002 in der Kategorie Hard & Heavy.
Am späten Samstagabend erfuhren die vier Verler nicht nur nach spannenden Wartestunden von ihrem Sieg, sondern durften auch den vorab
der Jury per CD vorgestellten Titel "Out of the night" live
präsentieren. Die große Überraschung: Die weit über 1000 Besucher im großen Saal des Congreß-Centrums, bis dato das Konzertprogramm eherlethargisch verfolgen, feierten das
Quartett frenetisch, ertrotzten sich entgegen dem Veranstaltungsplan noch eine dicke Zugabe und waren rundum begeistert. Hendrik Thiesbrummel (Leadsänger, Schlagzeug), Markus Knubbe (Gitarre), Michael
Großeschallau (Bass) und Ingo Mrozek (Keyboard) erlebten nicht nur erstmalig den Auftritt auf einer Riesenbühne mit Video-Live-Übertragungen auf Großbildleinwand, sondern
auch ein Publikum, dass ihnen ohne Heimvorteil zujubelte. Der Live-Auftritt der vier Verler war die Krönung eines langen Tages voller Anspannung und ebenso der bisherigen Karriere, die bereits seit
einigen Wochen einen steilen Weg nach oben zu nehmen scheint, nachdem knapp ein halbes Dutzend Fachmagazine die neue CD mit positiven Kritiken überzogen hat. Zudem: In der Kategorie Rock, in der insgesamt üb er 100 Formationen aus ganz Deutschland antraten, landete Avelon nur denkbar knapp
geschlagen auf Rang 4. Manager Dieter Thiesbrummel strahlte ohne Unterlass und freute sich: "Wir sind so glücklich, da werden endlich alle Mühen belohnt", Merchandiser Robin sprang
ausgelassen durch den gesamten Saal. Dabei machte es die Jury spannend. Schon um 17.30 Uhr war der Wettbewerb beendet, das vierköpfige Team aus Musical-Interpretin Editha Ulrich,
Musikproduzenten und Musikern wusste eine Stunde später, wie die Reihenfolge aussieht. Doch im Hamster-Gespräch räumte Juror Rudi Holzhauer um 18.40 Uhr nur ein: "Das wird nachher
auf der Bühne bekannt gegeben, aber Avelon muss bleiben, die können jetzt nicht nach Hause fahren." Im Grunde war da der Sieg schon klar, denn in der Kategorie Hard & Heavy war nur
ein erster Preis ausgeschrieben. Dennoch, Dieter Thiesbrummel erfuhr gegen 19 Uhr lediglich per Handy, dass Avelon irgendwie nominiert sei, seine Nachfragen wurden stets beantwortet mit:" Wartet
ab, aber spielen braucht ihr nicht mehr." Um 22.30 Uhr dann der nächste Anruf:" Seid in fünf Minuten mit Instrumenten auf der Bühne." Die Jungs holten Keyboard und Gitarren aus der Tiefgarage der
weitläufigen Anlage, Moderator Norman Hild vom NDR machte Stress, keine Zeit, sich einzustimmen, und während die vier noch nicht wussten, ob sie sich über die Kurzfristigkeit des Auftritts ärgern oder
schon über den Preis freuen sollten, jubelte das Publikum. Eingebunden war der Auftritt in einen großen Konzertabend, in dem sich die Besten der vorangegangenen Hearings in den Kategorien Rock, Pop und
Songcontest noch einmal vorstellten, insgesamt hatte der Wettbewerb am Samstag über 300 teilnehmende Bands, Popformationen und Solisten aus ganz Deutschland, mit Avelon und Alexandra
Avenwedde aber nur zwei aus dem Kreis Gütersloh.
Der 9. November beginnt nach einer kurzen Nacht früh für Avelon. Nach dem späten Konzert Freitagnacht im Hamburger Jugendhaus-Café Flop
müssen die Jungs um 10 Uhr im Congreß-Centrum der Hansestadt sein. Für sie startet der Wettbewerb um den Deutschen Rock- und Pop-Preis 2002 in der Kategorie Rock schon am Morgen. Im sogenannten
Hearing 2 warten die Jurymitglieder Michael Bollhorn, Andreas Möller-Totolo, Stefan Peter Roos und Thorsten Martens auf Präsentationen, im Hearing 1 sind 56 Bands gemeldet, Avelon hat die Startnummer
11. Jede Band stellt per CD einen Titel ihrer Wahl drei Minuten lang vor, anschließend kommentiert die Jury zwei Minuten lang das Gehörte. Die englische Fassung des Rock-gegen-Rechts-Projektes
"Wintermärchen" der Verler gefällt, es gibt nur positive Kritik, die Jury bescheinigt professionelle Arbeit
und perfektes Spiel. Aber auch andere werden gelobt. Die Zeit des Wartens beginnt, die Verler hören bei den
verschiedenen Kategorien zu, suchen sich angesichts der miserablen Speiseversorgung im
Congreß-Zentrum für die über 2000 Musikerinnen und Musiker ein Mittagessen im nahegelegenen Congreßbahnhof, informieren sich an den Ständen der angegliederten Fachmesse und warten
angespannt auf 16.30 Uhr. Da startet das Hearing der Hardrocker und Metallisten. Die Bands kommen aus ganz Deutschland, vertreten die unterschiedlichsten Stilrichtungen des Genres, von
musikalisch ausgefeilt bis dumpfbackig grell. Ein lobendes Wort hat die Jury mit Rudi Holzhauer, Editha Urich, Micky Wolf und Joachim Griebe erstmal für jeden im weiten Rund, doch es gibt auch
konstruktive Kritik, was besser gemacht werden kann. Avelon sitzt mit rund 150 anderen Musikern mangels Stühlen auf dem Teppich vor der Jury. Allein bei der Gelsenkirchener Formation "Skin 'n
Bones" brandet Applaus auf, die Jury kommentiert: "Ihr könnt das wirklich." Ernstzunehmende
Konkurrenz für Avelon, die sind erst als letzte dran, während "out of the night" aus den Boxen dröhnt, wirken die vier Verler mit ihrem Manager Dieter und Begleiter Robin angespannt, letzterer stöhnt:
"Mann, ich habe 500 Puls". Den Mienen der Jury ist nichts abzulesen, wohl aber der Körpersprache, da wippen die Füsse, schnippen die Finger, Editha Urich rockt im Sitzen wie weggetreten ab. Mit Markus
Gitarrensolo verklingt die CD. Wieder Beifall, auch die anderen Bands klatschen fair für Avelon. Rudi
Holzhauer bewertet als erster: "Das ist professionell, da stimmt alles, da gibt es nichts auszusetzen."
Editha Urich: "Das ist einfach nur excellent." Micky Wolf: "Genauso ist es." Nur Griebe enthält sich des
Kommentares. Warten heisst es, warten, ob bis 20 Uhr das Handy klingelt, wenn nicht, dann muss Avelon preislos von dannen ziehen, aber mit der Gewissheit, dass die ersten Musikverleger sich Namen,
Anschrift und Telefonnummer notiert haben. Und wieder ziehen die Verler durchs Congreß-Zentrum, nehmen schließlich Platz im großen Saal, die Jungs sind still, geredet wird wenig - bis endlich das
Manager-Handy Signal gibt - der große Abend für die Verler Formation kann starten. .
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